Wahre Geistergeschichten

Rauhnächte – die Geister haben Ausgang

Nun ist wieder die Zeit der sogenannten „Rauhnächte“.

Diese sind v.a. im Süddeutschen Raum bekannt, doch sie sind auch Bestandteil des Volksglaubens anderer Regionen Europas, z.B. Italiens.

Die Dauer dieser Rauhnächte ist regional unterschiedlich, meist vom 21.12. (Thomastag) bis zum 6.1. (3-Königstag), doch auch manchmal erst ab Heiligabend bis Dreikönig.

 

Die Namensherkunft ist umstritten, man nimmt aber an, dass es mit dem Brauch des Räucherns zusammenhängt, der in dieser Zeit verstärkt ausgeübt wurde, um Haus und Hof vor den Mächten der Finsternis zu schützen.

Der Ursprung dieser Rauhnächte liegt im heidnischen Brauchtum, vermutlich im Germanischen. Man nimmt an, dass es 12 Rauhnächte sind, wegen des Unterschieds zwischen dem heidnischen Mondjahr mit 354 Tagen zu unserem heutzutage gebräuchlichen Sonnenjahr von 365 Tagen. Es wären demnach 11 Tage und 12 Nächte Unterschied.

 

In dieser Zeit, so glaubte man, wären die Gesetze der Natur außer Kraft, es wären tote Tage, an denen die Grenzen zu anderen Welten fallen und die Türen zu anderen Dimensionen offen stehen würden. Nun erscheinen angeblich besonders häufig Geister, v.a. Hausgeister.

null

Das Tor zur anderen Welt öffnet sich und nicht alles, was durchschlüpft, ist freundlich

 

Es wurden verschiedene Rituale ausgeübt, Haus und Hof geräuchert, um die bösen Geister und Dämonen zu vertreiben, die jetzt Ausgang hatten. Die wilde Jagd soll in dieser Zeit umgehen und Zauberkundige können sich angeblich in Werwölfe verwandeln und bedrohen das Vieh.

null

Unheimliche Gestalten treiben ihr Unwesen in den Rauhnächten

 

Auch ist dies die Zeit für Orakel, z.B. soll es für unverheiratete Frauen nun möglich sein, zu erfahren, wen sie einmal heiraten würden. Sogar Träume sollen nun in Erfüllung gehen, wobei die 12 Rauhnächte stellvertretend für die 12 Monate des kommenden Jahres stehen und ein Traum in Rauhnacht Nr. 5 dann im 5. Monat, also Mai, in Erfüllung gehen würde. Träumt man vor Mitternacht, dann geht der Traum in der ersten Hälfte des Monats in Erfüllung, Träume nach Mitternacht bewahrheiten sich am Ende des Monats. Ein auch heute noch populärer Brauch bzw. Orakel, ist das Bleigießen zu Silvester.

Ich wünsche Euch allen schaurig-schöne Feiertage und viel Glück im neuen Jahr! :-)

 

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *